Duale Ausbildung attraktiver machen

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Arbeitsmarkt-Gespräch der SPD-Kreistagsfraktion

Kreis Lippe. Die SPD-Kreistagsfraktion fordert die lippische Wirtschaft auf, verstärkt in Ausbildung zu investieren. „Wir haben immer noch deutlich mehr Bewerber als Ausbildungsplätze. Andererseits sind mehr als 250 Stellen nicht besetzt“, fasst Dr. Axel Lehmann, sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, die aktuelle Situation zusammen.

Die Sozialdemokraten kamen zu ihrem jährlichen Arbeitsmarkt-Gespräch mit Heinz Thiele, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Detmold, zusammen. Thiele präsentierte dabei die aktuellen Augustzahlen: Den knapp 3.800 Ausbildungsbewerber stünden nur 2.050 Stellen gegenüber. „Anders als beispielsweise in Süddeutschland bleibt die Schere in Lippe damit weiter offen“, betonte Thiele. Aktuell sind noch 570 Bewerberinnen und Bewerber unversorgt. Lehmann dazu: „Versorgt bedeutet leider nicht, dass die Bewerber immer auch einen betrieblichen Ausbildungsplatz erhalten haben. Viele von ihnen drehen auch einfach Warteschleifen an den Berufskollegs oder verschwinden aus anderen Gründen aus der Statistik. Wir haben also noch Handlungsbedarf, zumal mittelfristig den meisten Branchen Fachkräfte fehlen werden.“

Betriebliche Ausbildung müsse auch wieder attraktiver werden, waren sich SPD-Fraktion und Agenturchef einig. Thiele betonte: „Die duale Ausbildung ist nicht immer der Renner.“ Oftmals müsse am Image der Lehrberufe gefeilt werden. Außerdem empfahl er gerade auch kleineren Betrieben, über die Schulen frühzeitig den Kontakt zu den künftigen Auszubildenden zu suchen. Die Agentur für Arbeit wolle mit ihren Partnern über Potenzialanalysen und Berufsfelderkundungen ab Klasse 8 den Berufswahlprozess verbessern. Ausbildungsreife müsse im Schulsystem hergestellt werden.

Den Arbeitsmarkt bezeichnete Thiele im Gespräch mit der SPD als stabil. Knapp 13.800 Menschen waren im August in Lippe arbeitslos. Die Unternehmen agierten jedoch vorsichtig, das Stellenangebot sei eher rückläufig. Der Fachkräftemangel sei in Lippe noch nicht flächendeckend angekommen, in einzelnen Branchen aber schon spürbar. Thiele sprach sich für ein Paket von Maßnahmen aus, um den Bedarf an gut ausgebildeten Beschäftigten auch künftig zu decken. Dazu gehörten Qualifizierung und Weiterbildung, eine höhere Erwerbsquote bei Frauen, mehr Vollzeitstellen, aber auch die Reduzierung von Ausbildungs- oder Studienabbrüchen.

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