Integrationsunternehmen stärken

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SPD-Kreistagsfraktion besucht AGA

Kreis Lippe/Detmold-Orbke.
Mehr Arbeitsplätze für Menschen mit psychischen oder körperlichen Einschränkungen in so genannten Integrationsunternehmen – diesem Ziel sieht sich auch die SPD-Kreistagsfraktion verpflichtet. Die Kommunalpolitiker besuchten jetzt mit der Arbeitsgemeinschaft Arbeit (AGA) einen Betrieb, dem seit mehr als 25 Jahren der Spagat zwischen wirtschaftlichem Handeln und Integration von Menschen mit Beeinträchtigungen erfolgreich gelingt. Dr. Axel Lehmann, stellvertretender Landrat und sozialpolitischer Sprecher seiner Fraktion, sieht dabei nicht zuletzt die Agentur für Arbeit und das Jobcenter in der Pflicht. „Beim kreiseigenen Netzwerk Lippe haben wir außerdem einen Integrationsfachdienst vor Ort, der bei der Schaffung behindertengerechter Arbeitsplätze hilft.“

Die AGA sei 1987 von Angehörigen seelisch Erkrankter gegründet worden, berichteten die beiden Geschäftsführer Jens Fillies und Paul Meier. Heute beschäftigt sie als gemeinnützige GmbH rund 120 Frauen und Männer, davon weisen rund zwei Drittel Einschränkungen für den ersten Arbeitsmarkt auf. Bekannt ist die AGA vor allem durch ihren Recyclinghof. Mehr als 30 Tonnen Sperrmüll werden dort täglich gesammelt. Weniger bekannt, aber nicht weniger bedeutsam: die Geschäftsbereiche Industriemontagen und Umweltprojekte. Mehr als 40 AGA-Beschäftigte montieren Kabel, insbesondere für die heimischen Weltmarktführer Phoenix Contact und Weidmüller. Die räumliche Situation ist jedoch sehr beengt. Auf Dauer werde die AGA deshalb nach neuen Betriebsstätten Ausschau halten, betonte Fillies.

Bis zu 25 AGA-Mitarbeiter sorgen im Rahmen von Bürgerarbeit oder Arbeitsgelegenheiten im Kreis Lippe für eine höhere Qualität der Fließgewässer und renaturieren Bachläufe. Außerdem bietet die AGA Stromspar-Checks für einkommensschwache Haushalte an. In jüngster Zeit konnten drei Beschäftigte aus den Umweltprojekten wieder zurück in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden.

Für Lehmann ist der Ausbau von Arbeitsplätzen in Integrationsunternehmen und –projekten notwendig. „Das ist ein Stück Inklusion im Arbeitsleben. Nicht jeder Mensch mit Handicap ist in einer Behindertenwerkstatt richtig aufgehoben. Viele können und wollen auch den nächsten Schritt in Richtung Arbeitsmarkt gehen.“ Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) fördere solche Arbeitsplätze aus Mitteln der Ausgleichsabgabe, betonte Lehmann, der auch Mitglied der LWL-Landschaftsversammlung ist. Außerdem zahlt der LWL einen Minderleistungsausgleich an Unternehmen, die Menschen mit Beeinträchtigungen einsetzen – eine Förderung, die jeder Betrieb, ob Integrationsunternehmen oder nicht,  erhalten kann. Insofern komme es durch mehr Inklusion nicht zu Wettbewerbsverzerrungen, erläuterte AGA-Geschäftsführer Fillies: „Wir müssen uns am Markt genauso bewähren wie jedes andere Unternehmen auch.“

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