„Landrat zieht Spendierhosen an“

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15 lippische Kommunen finanzieren Freibad Schieder mit

Kreis Lippe. „Auch wir freuen uns, wenn das Freibad in Schieder im Sommer wieder öffnen kann. Aber die Entscheidung des Landrates, die Spendierhosen anzuziehen und alle anderen 15 lippischen Kommunen dafür zahlen zu lassen, ist nicht der richtige Weg“, kritisiert Gabriele Bröker (SPD).

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Kreistag distanziert sich damit von einer Entscheidung der Erholungszentrum Schieder GmbH. Die EHZ hatte beschlossen, den Betrieb des Freibades künftig mit 30.000 Euro zu fördern. Diese Summe erhöht das Defizit der EHZ und muss zu sechs Siebtel vom Kreis aufgefangen werden, der 86 Prozent an der Gesellschaft hält. Der Kreis wiederum holt sich sein Geld über die Kreisumlage bei seinen Städten und Gemeinden wieder.

Die Unterstützungszahlungen der EHZ sollen fünf Jahre lang fließen – insgesamt also 150.000 Euro. „Alle lippischen Kommunen finanzieren den Betrieb ihrer Freibäder selbst – zumeist tatkräftig von Fördervereinen unterstützt. Immer jedoch ist es die örtliche Gemeinschaft, die für ihr eigenes Freibad aufkommt. Der Landrat hat dagegen entschieden, dass das Freibad Schieder künftig auch von Extertal und Schlangen, von Lügde und Leopoldshöhe und den elf weiteren lippischen Kommunen mitfinanziert wird. Wie ist das den Menschen in Augustdorf zu erklären, deren eigenes Freibad geschlossen werden musste, während sie jetzt für ein Freibad zahlen werden, das etwa 30 Kilometer entfernt liegt“, erläutert Bröker die Kritik ihrer Fraktion.

Und noch ein Argument hat bei der SPD für Skepsis gesorgt. Der Wirtschaftsplan für das Freibad sei auf Kante genäht. „Was passiert eigentlich, wenn es in drei oder vier Jahren zu einem großen Schaden kommt? Zahlt dann auch die gesamte kommunale Familie in Lippe für ein örtliches Freibad? Oder wird es dann geschlossen, und wir haben über die EHZ eine sechsstellige Summe im Freibad versenkt?“

Die SPD-Kreistagsfraktion war durchaus beeindruckt und erfreut vom großen Engagement des Freibad-Fördervereins in Schieder. „Wenn es gelingt das Bad zu retten, wäre das toll und nicht zuletzt diesem Einsatz von Ehrenamtlichen zu verdanken“, so Gabriele Bröker. „Aber der eingeschlagene Weg zur Rettung ist falsch. Das hätte der Landrat in seiner gesamtlippischen Verantwortung sehen müssen – auch, wenn er sich in diesem Jahr zur Wiederwahl stellt.“

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