Lehmann: Sicherungsfonds fürs Ehrenamt

(Kommentare: 0)

SPD zieht Konsequenzen aus Urteil zum Torunfall

Kreis Lippe. Dr. Axel Lehmann spricht sich für einen Sicherungsfonds für ehrenamtlich tätige Lipperinnen und Lipper aus. Der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion beantragt zunächst eine juristische und sachliche Prüfung des Vorhabens. Sollte diese positiv ausfallen, sei der Fonds zügig einzurichten.

Hintergrund ist das Detmolder Urteil zum Augustdorfer Torunfall, bei dem der ehrenamtlich für den FC Augustdorf tätige Volker Dierk zu einer Geldstrafe verurteilt worden ist. Lehmann: „Wer in seiner Freizeit ehrenamtlich Jugendarbeit leistet – nicht nur im Sport – muss sicher gehen können, nicht wegen einer Fahrlässigkeit empfindliche Geldstrafen aufgebrummt zu bekommen. Wer im schlimmsten Fall sogar den eigenen finanziellen Ruin befürchten muss, wird das Ehrenamt an den Nagel hängen. Soweit darf es nicht kommen.“

Ausdrücklich weist der SPD-Kreisvorsitzende aber auch darauf hin, dass Übungsleiter und Betreuer ihre Sorgfaltspflichten zu beachten und für maximale Sicherheit zu sorgen haben. „Der Fonds ist kein Vorwand für Ehrenamtliche, sich künftig aus der Verantwortung für die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen zu ziehen. Aber ich bin mir sicher, das tun die Ehrenamtler ohnehin nicht. Es geht darum, dass Menschen, die sich engagieren, auch unbeabsichtigt Fehler machen können. Mit diesem Risiko wollen wir Jugendbetreuer und Vereinsverantwortliche nicht alleine lassen. Dieses Risiko soll der Fonds auffangen.“

Lehmann denkt an einen vom Kreis Lippe verwalteten Fonds, in den lippische Vereine, die das Ehrenamt schützen wollen, einzahlen. Sollten dann zivil- oder strafrechtliche Forderungen gegen Trainer, Betreuer oder Vorstände geltend gemacht werden, würde dieser Fonds die Zahlungspflicht übernehmen. Dabei träte der Fonds nur ein, wenn die Schäden nicht durch die Versicherungen der Vereine abgedeckt sind und die Schäden nicht absichtlich herbeigeführt wurden.

Die SPD im Kreistag beantragt, diesen Vorschlag juristisch zu prüfen und in der Sache auch mit interessierten Verbänden wie dem Kreissportbund zu diskutieren. „Dann sollte es möglich sein, noch innerhalb dieses Jahres einen solchen Fonds an den Start zu bringen und das Ehrenamt in Lippe wirksam zu schützen“, so Lehmann abschließend.

Zurück

Einen Kommentar schreiben