Mehr als nur Wohnen

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SPD-Fraktion besucht Jugendsiedlung „Heidehaus“

Augustdorf.
Das Markenzeichen der Jugendsiedlung „Heidehaus“ ist die Kombination aus betreutem Wohnen als klassischer Jugendhilfemaßnahme und beruflicher Ausbildung. „Das haben kaum Einrichtungen der Jugendhilfe zu bieten“, informierte Heidehaus-Leiter Jerome Köhler die Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion bei ihrem Besuch in Augustdorf. Doch das Angebot aus Wohnen und Ausbildung ist kein Selbstläufer mehr.

„Wir brauchen weitere wirksame Programme, um jungen Menschen in schwieriger Lage berufliche Perspektiven zu bieten“, fordert deshalb der stellvertretende Landrat Dr. Axel Lehmann (SPD). Zwar kooperiere das Heidehaus schon mit der kreiseigenen Beschäftigungsgesellschaft „Netzwerk“ und dem Jobcenter Lippe, aber die Finanzierung von Ausbildung werde immer schwieriger. Köhler machte im Gespräch mit den Sozialdemokraten auch den Hintergrund deutlich: „Immer mehr Kinder und Jugendliche in Jugendhilfe-Maßnahmen haben zuvor in ihren Familien immer mehr unterschiedliche Problemlagen erlebt und durchlitten. Gewalt und Missbrauch, Sucht der Eltern – da kommt vieles zusammen.“ Viele dieser Jugendlichen seien dann nicht in der Lage eine reguläre betriebliche Vollausbildung zu absolvieren, um erfolgreich ins Berufsleben zu starten.

Aus Sicht des Augustdorfer Kreistagsabgeordneten Hans-Peter von der Ahe bietet das Heidehaus gerade für diese benachteiligten Jugendlichen hervorragende Ausbildungsmöglichkeiten an. Bürokaufmann, Gärtner, Koch, Maler, Maurer oder Tischler bildet das Heidehaus aus. „Aber genau dafür müssen auch die nötigen Finanzmittel und die nötigen Förderprogramme bereitstehen. Die unterschiedlichen Akteure – Jugendamt, Jobcenter, Arbeitsagentur oder Netzwerk – müssen hier stärker als bislang zusammenarbeiten“, fordert Lehmann.

In der Jugendsiedlung „Heidehaus“ leben 60 Jugendliche in acht Gruppen. Dazu kommt eine ausgelagerte Wohngruppe in Detmold. Im Heidehaus wird Ausbildung auch als Jugendhilfemaßnahme verstanden. Mit Erfolg, denn rund 90 Prozent der Heranwachsenden legen ihre Kammerprüfung ab. Ziel des Heidehauses, das rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, ist es, die jungen Menschen fit für eine selbstbestimmte Lebensführung jenseits der Jugendhilfe zu machen.

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