Natur wieder erlebbar machen

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SPD-Kreisfraktion steht zu Nationalpark Senne

Kreis Lippe/Schlangen. Ein Nationalpark Teutoburger Wald ist für die SPD kein Thema mehr, ein Nationalpark Senne umso mehr. „Wenn die Sennelandschaft wieder erlebbar ist, ist das ein Gewinn für alle Lipperinnen und Lipper“, erläutert der stellvertretende Landrat Dr. Axel Lehmann.

Die SPD-Kreistagsfraktion diskutierte jetzt in Schlangen die Zukunft des Truppenübungsplatzes nach einem Abzug der britischen Streitkräfte. Gesprächspartner der Sozialdemokraten waren Vorstandsmitglieder des Fördervereins Nationalpark Senne um Prof. Dr. Karl Otto und Erdmute von Voithenberg. Wichtig sei es jetzt, die Flächen des Truppenübungsplatzes für einen späteren Nationalpark zu sichern und den Nationalpark Senne im neuen Landesentwicklungsplan aufzunehmen, forderte Professor Otto.

Axel Lehmann betonte den Vorteil eines Nationalparks Senne für die Menschen in Lippe und die Touristen: „Bislang sind die Schranken des Truppenübungsplatzes in der Regel geschlossen. Wenn sie geöffnet sind, darf man nur durchfahren ohne anzuhalten. Ein Nationalpark Senne – und sei es nur auf Teilflächen des Truppenübungsplatzes – würde die großartige Natur wieder erlebbar machen. Die Senne wäre wieder auf den dafür vorgesehenen Wegen zu erwandern oder zu erradeln. Das wäre ein großartiger Gewinn für die Menschen.“

Diese Position richte sich weder gegen die britischen Streitkräfte noch gegen den Bundeswehrstandort Augustdorf, betonte der stellvertretende Landrat. Ministerin von der Leyen habe noch nicht entschieden, welche Flächen die Bundeswehr nach einem Abzug der Briten noch benötige. „Aber zurzeit nutzen 20.000 Soldaten das Areal – rund 16.000 Briten und etwa 4.000 Deutsche. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Bundeswehr allein nicht die gesamten 11.000 Hektar Truppenübungsplatz mit seinen 16 Schießbahnen benötigt.“

Einig waren sich SPD und Förderverein, dass ein Nationalpark Senne nur öffentliche Flächen umfassen solle, Privateigentümer also nicht betroffen seien. Für einen Nationalpark Senne sprächen außerdem finanzielle Argumente. Bislang erledigten die Briten die Offenlandpflege und alle nötigen Sicherheitsmaßnahmen noch auf eigene Kosten. Nach einem Abzug der Briten falle diese Aufgabe den Kreisen als untere Landschaftsbehörde zu. Nach Informationen des Fördervereins seien dafür bis zu drei Millionen Euro pro Jahr von den Anrainern aufzuwenden, gut 50 Prozent davon vom Kreis Lippe. In einem Nationalpark müsse das Land NRW diese Kosten tragen.

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