Neue Wohnformen entwickeln

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SPD-Kreistagsfraktion besucht Pöstenhof

Lemgo. Die Lipper werden weniger, älter und bunter. Dieser demographische Wandel macht auch die Entwicklung neuer Wohnformen dringend nötig, meint die SPD-Kreistagsfraktion.

Die Sozialdemokraten informierten sich jetzt im Pöstenhof über Quartierskonzepte und Mehrgenerationenwohnen. „Dabei gibt es nicht das eine Wohnmodell der Zukunft“, ist sich der stellvertretende Landrat Dr. Axel Lehmann sicher. „Bunter zu werden heißt auch, viele verschiedene Wohnkonzepte zu entwickeln. Mehrgenerationenwohnen und Quartiersarbeit, wie sie die Wohnbau Lemgo und die Freie Altenhilfe hier anbieten, gehören aber zum Strauß der Möglichkeiten unbedingt dazu.“

Ziel neuer Wohnformen muss es nach Auffassung der SPD sein, ein möglichst selbst bestimmtes Leben im Alter zu ermöglichen und Familien preiswerten Wohnraum und unterstützende Strukturen anzubieten. Thorsten Kleinebekel, Geschäftsführer der Wohnbau Lemgo, und Wohnprojektleiterin Ulrike Giebel von der freien Altenhilfe erläuterten, wie das im und um den Pöstenhof funktioniert.

Im den 34 Wohnungen des Pöstenhofs leben Menschen im Alter von zwei bis 80 Jahre. Das Areal, in diesem Jahr mit dem Deutschen Bauherrenpreis ausgezeichnet, bietet schon architektonisch viele Möglichkeiten zum sozialen Miteinander über Familien und Generationen hinweg. Gleichzeitig bleibt Privatheit erhalten. Kleinebekel machte deutlich, dass die Gemeinschaft funktioniere. „Hier hilft eine pensionierte Lehrerin den Kindern bei den Schularbeiten, Bewohner mit einem „grünen Daumen“ sorgen für die Grünflächenpflege“ – zwei Beispiele unter vielen. Gleichzeitig bietet die Freie Altenhilfe im Haus Tagespflege für Senioren an.

Das umliegende Quartier an Goethe- und Schillerstraße sowie „Hinter den Pösten“ hat sich mit seinen knapp 200 Wohnungen auch zu einem funktionierenden Sozialraum mit bezahlbaren Mieten entwickelt. Neben der Grundsanierung der Häuser war dafür das Nachbarschaftszentrum an der Schillerstraße nötig. Es ist rund um die Uhr von Mitarbeiterinnen der Freien Altenhilfe besetzt, bietet unterstützende Dienste ebenso wie Pflegeleistungen. Vor allem aber ist es ein sozialer Treffpunkt mitten im Quartier.

„Der Kreis Lippe unterstützt bislang nur ein Quartierskonzept in Augustdorf als Modellversuch“, bemängelt Lehmann. „Aber lippeweit sind größere Anstrengungen gefordert. Ob Mehrgenerationenhäuser, Quartierskonzepte, Betreutes Wohnen, Servicewohnen oder andere Konzepte – hier gibt es für Unternehmen und für die öffentliche Hand noch viel zu bewegen.“ Für die SPD ist dabei auch klar, dass die Senioreneinrichtungen des Kreises mit ihrer Kompetenz eingebunden werden müssen.

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