SPD will Flexi-Kita

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„Der Alltag moderner Familien ist oft ein Kraftakt. Hier müssen wir etwas ändern“, erklärt Henning Welslau.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein Schlüsselthema unserer Zeit

Kreis Lippe. Kinder, Kitas, Kompromisse. Wer Kinder hat und einen Beruf ausüben möchte, zahlt einen hohen Preis – besonders als Frau. Denn allzu oft, lassen sich Familie und Beruf eben nicht miteinander vereinbaren. „Der Alltag moderner Familien ist oft ein Kraftakt. Hier müssen wir etwas ändern“, erklärt Henning Welslau, Fraktionsvorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion. Er und seine Fraktionsmitglieder fordern nun die Einführung von sogenannten „Flexi-Kitas“. Dafür stellen sie jetzt, gemeinsam mit dem Koalitionspartner, einen entsprechenden Antrag, bei der Kreisverwaltung.

Unter „Felxi-Kita“, versteht die SPD eine Flexibilisierung der Öffnungszeiten, von Kindertagesstätten. „Noch vor kurzem hat eine Umfrage des Landes NRW ergeben, dass Kitas ihre Öffnungszeiten eher zurückfahren als sie auszubauen. Dabei steigt die Forderung berufstätiger Eltern nach flexiblen Öffnungszeiten“, so Welslau.

„Wichtig ist uns, dass es nicht darum geht, Kinder länger in der Kita zu lassen, als nötig. Uns geht es um bedarfsgerechte und flexible Öffnungszeiten, die sich an der Lebenswirklichkeit von Eltern orientieren. Ein Vater der im Schichtdienst arbeitet, kann sein Kind nicht jeden Tag um Punkt 16:00Uhr aus der Kita abholen, ebenso wenig eine Mutter, die vielleicht als Krankenschwester arbeitet oder als Geschäftsführerin eines Unternehmens. Hier wollen wir bessere Optionen für Familien oder Alleinerziehende schaffen“, erklärt der Fraktionsvorsitzende.

Das Zukunftskonzept 2025, dass derzeit zu Beratungen in den Ausschüssen des Kreistags ist, will Familiengerechtigkeit stärker in den Fokus des Kreis Lippe rücken. „Mit der Einführung von „Flexi-Kitas“ würde der Kreis einen großen Schritt in die richtige Richtung gehen“, sagt Welslau.

Wenn es nach dem Willen der Sozialdemokraten geht, soll das Jugendamt des Kreises Lippe die Wünsche von Eltern nach flexiblen Öffnungszeiten in einer ausgewählten Kommune ermitteln. Dort, wo es erforderlich und gewünscht ist, soll dann mit den Trägern der Tageseinrichtungen ein angemessenes Konzept für die Flexibilisierung der Öffnungszeiten erarbeitet werden.

Dabei ist der SPD bewusst, dass der Spielball beim Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht nur bei den Eltern oder den Betreuungseinrichtungen liegt. Es muss auch ein Umdenken bei den Arbeitgebern stattfinden. Für Unternehmen wird Familienfreundlichkeit zunehmend ein Standortfaktor. Schon heute spürt die Wirtschaft den Fachkräftemangel. Umso mehr gilt es zu vermeiden, dass Fachkräfte wegen fehlender Vereinbarkeit von Beruf und Familie dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen, finden die lippischen Sozialdemokraten.

„Flexible Arbeitsgestaltung, Arbeitsmöglichkeiten von Zuhause, früherer beruflicher Wiedereinstieg von Eltern, sind nur einige Themen, die hier von Seiten der Arbeitgeber intensiver angegangen werden müssen“, findet Henning Welslau.

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