Wider ein Regiment des Rotstifts

(Kommentare: 0)

SPD-Kreisfraktion besucht Archäologisches Freilichtmuseum

Oerlinghausen. „Das Archäologische Freilichtmuseum muss auch über das laufende Jahr hinaus in seinem Bestand dauerhaft gesichert werden“, meint der stellvertretende Landrat Dr. Axel Lehmann (SPD). Welche Möglichkeiten es dafür gibt, diskutierte jetzt die sozialdemokratische Kreistagsfraktion bei einem Besuch in Oerlinghausen mit der Museumsleitung um Dr. Karl Banghard und Dr. Roeland Paardekooper.

Um dem Regiment des Rotstifts zu entgehen, muss das Museum neue Einnahmequellen erschließen, zumal steigende Kosten in der Vergangenheit nicht über höhere Zuschüsse aufgefangen worden sind. Ein Vorschlag aus Reihen der SPD zielte deshalb auf den Naturpark Eggegebirge/Südlicher Teutoburger Wald. Der Naturpark dient der touristischen Erschließung und Vermarktung des Naturraums zwischen Bielefeld und Höxter. „Vielleicht lassen sich mit einer Zusammenarbeit neue Potenziale für das Museum erschließen“, so Lehmann. Eine Idee, die Banghard mit Interesse aufnahm. Der Museumsleiter seinerseits arbeitet außerdem an einer Profilierung des Museums als Ort für politische Bildung. Hintergrund ist die Instrumentalisierung des 1936 gegründeten Museums für den Germanenkult der Nationalsozialisten.

Holm Sternbacher, Fraktionschef der SPD beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), wies zusätzlich auf Projektfinanzierungen durch das Museumsamt und die Kulturstiftung des LWL hin. Dauerhafte Finanzierungen könne der Verband mit Sitz in Münster zwar nicht gewähren, aber lohnende Investitionen in die Zukunft der Einrichtung seien grundsätzlich finanzierbar. Museumsleitung und Sozialdemokraten diskutierten eine Förderung durch die Stiftung Standortsicherung Lippe und eine engere Zusammenarbeit zwischen dem Museum und dem Lippischen Landesverband (LVL) in Lemgo. Wünschenswert auch: Sponsoring durch heimische Unternehmen. „Diese erwarten aber die Sicherheit, dass das Museum auch in den nächsten Jahren fortbesteht und gute Arbeit leistet“, machte Banghard deutlich.

Das Freilichtmuseum verzeichnet bei einem Jahrestat von rund 350.000 Euro zwischen 25.000 und 30.000 Besucher im Jahr. Banghard erläuterte, dass die Einrichtung sich zu etwa einem Drittel selbst trage und damit das wohl wirtschaftlichste Museum in Westfalen-Lippe sei. Gleichwohl sei es jedoch auf die Zuschüsse der Stadt Oerlinghausen und des LVL angewiesen. Doch der Landesverband hat den entsprechenden Vertrag zum Jahresende gekündigt. Gerd Belz und Bernhard Brandt, SPD-Vertreter in der LVL-Verbandsversammlung, machten deutlich: „Eine finanzielle Förderung aus dem Schloss Brake wird es weiter geben.“ Deren Höhe hänge jedoch vom Konsolidierungskonzept ab, das der von Haushaltsproblemen geplagte Verband zurzeit erarbeitet. Ein Rückzug des LVL aus der Förderung wäre für das Freilichtmuseum in Oerlinghausen existenzgefährdend.

Die Zukunft des Archäologischen Freilichtmuseums will die SPD-Kreistagsfraktion gesichert sehen. Museumsleiter Dr. Karl Banghard (3.v.l.) erläuterte den Sozialdemokraten um den stellvertretenden Landrat Dr. Axel Lehmann (3.v.r.) die Situation der Einrichtung.

Zurück

Einen Kommentar schreiben