Wohlfahrtsverbände nicht überfordern

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SPD sieht steigendes Armutsrisiko auch in Lippe

Kreis Lippe. Die SPD-Kreistagsfraktion warnt davor, bei sozialen Diensten und Einrichtungen den Rotstift anzusetzen. „Wir wollen das Beratungs- und Hilfsangebot für Menschen in Notlagen in Lippe in gewohnter Qualität aufrecht erhalten“, betont der Sozialausschussvorsitzende und stellvertretende Landrat Dr. Axel Lehmann nach einem Gespräch der SPD-Fraktion mit den lippischen Wohlfahrtsverbänden.

Knapp 1,2 Mio. Euro sieht der Haushaltsentwurf 2014 für unterschiedliche Beratungs- und Hilfsangebote der Verbände vor. Die Palette reicht dabei von der Schwangerschaftsberatung bis zur Sucht- und Drogenhilfe, von der Schuldnerberatung bis zur Unterstützung von Selbsthilfegruppen. „Hier hat es in der Vergangenheit schon Kürzungen im fünfstelligen Bereich gegeben. Die Aufgaben werden aber nicht weniger. Hier ist das Ende der Fahnenstange erreicht“, macht Lehmann für die SPD deutlich.

Vertreter von Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Deutschem Rotem Kreuz, Diakonie und Paritätischem Wohlfahrtsverband berichteten aus den Verhandlungen zwischen Verbänden und Kreisverwaltung im Rahmen der Budgetplanungen 2014. Diese seien fair und vernünftig gelaufen. Man habe sich darauf geeinigt, die Direktzuschüsse an die Verbände bei 222.000 Euro festzuschreiben. Lediglich Projektmittel in Höhe von 20.000 Euro sollten gestrichen werden. Dieser Projekttopf habe sich ohnehin nicht bewährt, waren sich auch Verbände und SPD einig.

Die Sozialdemokraten werden sich dafür einsetzen, die Zuschüsse an die Verbände auf bis zu fünf Jahre festzuschreiben und so für Planungssicherheit auch in Personalfragen zu sorgen. „Uns ist es wichtig, dass die Hilfsangebote und ihre Standards erhalten bleiben, in Lippe Trägervielfalt herrscht und die Wohlfahrtsverbände als Partner des Kreises ihre wichtige Arbeit fortsetzen können“, erläutert Lehmann die Position der SPD. „Dabei wissen wir, dass die Verbände wirtschaftlich arbeiten und das auch jährlich gegenüber dem Kreis dokumentieren.“

Die Wohlfahrtsverbände warnten vor der immer deutlicher zu Tage tretende Armut in Teilen der lippischen Bevölkerung – ein Thema, das auch die SPD-Kreistagsfraktion umtreibt. Diese Armut zeige sich zum Beispiel in der wachsenden Kundenzahl von Kleiderstuben oder einem immer größer werdenden Bedarf an Sozialberatung. Auch die Probleme junger Frauen in der Schwangerschaftsberatung würden immer komplexer, weil sie sich in materiellen Notsituationen befänden. Außerdem stellten die Verbände fest, dass es in Lippe zu wenige kleine, bezahlbare und barrierefreie Wohnungen gebe. Und die meisten der noch verfügbaren Wohnungen erwiesen sich für ihre Mieter oft nach dem ersten Winter als Nebenkostenfalle.

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