Zukunft ländlicher Gemeinden im Blick

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SPD-Kreistagsfraktion besucht Kalletal

Kalletal. Die Auswirkungen des Einwohnerrückgangs auf die Gemeinde Kalletal standen im Mittelpunkt eines Besuches der SPD-Kreistagsfraktion. Quintessenz: Die Menschen müssen nicht zusehen, wie ihre Dörfer ausbluten, sondern können die Entwicklung selbst in die Hand nehmen.

Die Sozialdemokraten waren auf Einladung ihrer Kalletaler Fraktionskollegen Heidi Wenzel-Lagemann und Dieter Hartwig in Lippes nördlichste Gemeinde gekommen. Als Gesprächspartner standen ihnen Vertreter von Vereinen und Initiativen aus den Weserdörfern und aus Kalldorf zur Verfügung, die sich mit den demographischen Entwicklungen in den Kalletaler Dörfern befassen. Mario Hecker, neuer Bauamtsleiter der Gemeinde, führte mit einem Beamervortrag und vielen Zahlen umfassend in die Entwicklungen ein. So prognostiziert die Bezirksregierung Detmold für Kalletal zwischen 2008 und 2030 einen Bevölkerungsrückgang um 15,4 Prozent. Gleichzeitig wächst der Anteil der Senioren deutlich, die Zahl der Kinder sinkt.

Für Kalldorf und die Weserdörfer machten Karl-Gerd Strippecke, Johannes Bentler und Erhard Arning deutlich: Der Ort, wo die Entscheidungen der Bürger für das Bleiben oder den Wegzug fallen, seien die Dörfer selbst. Dort müssten auch die Initiativen entstehen, um ländliche Regionen attraktiv zu halten. Dr. Axel Lehmann, stellvertretender Landrat und Sozialausschussvorsitzender beim Kreis, betonte zwar, wie wichtig Arbeitsplätze für die Wohnortwahl seien. Aber: „Es gibt tatsächlich viele andere Faktoren, die die Entscheidung der Menschen beeinflussen: Bildungsangebote, Vereinsleben, Versorgung vor Ort, kulturelle Angebote und anderes mehr. Daran können Dorfgemeinschaften mit Erfolg arbeiten. Und an vielen Stellen in der Gemeinde passiert das auch schon“, rief der Sozialdemokrat zu weiterem Engagement auf.

Ein anderes brisantes „Dorfthema“ diskutierte die SPD-Kreistagsfraktion  mit dem Seniorenbeirat: die ärztliche Versorgung auf dem Lande. Axel Lehmann: „In Kalletal tut sich was. Die Bürger sehen sich offensichtlich nicht  nur als Betrachter der Szene, sondern wollen verstärkt mitmischen. Das ist gut so. Ob Arztmobil, Praxisgemeinschaften mit Filialkonzepten oder Medizinische Versorgungszentren – es gibt Möglichkeiten, die medizinische Versorgung auf dem Land zu sichern.“

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